Frei im Körper - frei im Kopf
Das 23 Stundenpferd
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Frei im Körper - frei im Kopf

Die Urpferde waren Präriebewohner. Auf der Suche nach Nahrung waren sie es gewohnt, tausende Kilometer umherzuziehen. Um zu Überleben entwickelten sie einen natürlichen Fluchtinstinkt. Dieser Bewegungsimpuls prägt heute noch die Wesensart unserer Pferde.

Das 23 Stundenpferd

Frei im Körper frei im Kopf

Für so manchen Pferdeliebhaber ist es ein großes Frusterlebnis, wenn nach noch so vielen Trainingsstunden ihr Pferd immer noch durch den Staub schlurft, mit den Beinen am Boden klebt, permanent stolpert und sich arhytmisch Bewegt. Es ist aus der seelischen und körperlichen Balance geraten - es hat sich fest gemacht. Diese Tiere sind Halsstarrig, fest im Maul, sind stumpf und faul. Es gibt immer noch Reiter, die den Grund dafür dem ach so ungehorsamen "Gaul" zuweisen.

Doch diesen Tieren fehlt lediglich die Lebensfreude - sie haben verlernt, Pferd zu sein. Mit ein Grund dafür sind die immer noch verbreiteten Einstallungen, bei denen die 23-Stundenpferde darauf warten aus der (bestenfalls 4 x 4 Meter-) Zelle zum Freigang geführt zu werden. Aufgeschlossene Pferdehaltung strebt eine artgerechte Weidemöglichkeit der Tiere an. Hier sind die Artgenossen unter sich und können den Bewegungsdrang ausleben. Sie haben Wind, Sonne und die Umgebung um sich, in die sie hineingehören. Sie dürfen buckeln, laufen oder vor Übermut Auskeilen.

Oft ist zu Beobachten, dass Boxenpferde ihre rechte und linke Seite nicht kennen. Sie fallen regelrecht um. In einem Paddock lernen sie ihre physische und psychische Balance neu kennen. Die Tiere finden wieder zu sich selber und werden frei im Körper und frei im Kopf. Die Beobachtungen einer gelösten Pferdegruppe am Weidezaun gibt dem Pferdekenner ein unerschöpfliches Wissen über das soziale Verhalten der Tiere. Wildlebende Pferde sind die soziale Struktur einer Herde von Geburt an bekannt. Manche Stallpferde kommen mit einer bewusst zusammengefügten Gruppe gut zurecht, andere nicht. Es liegt in der Pflicht des Pferdeliebhabers, die Herde so zu ordnen, dass Ruhe, Schlaf, soziales Mähnekraulen und kampfloses spielen vorherrschen.

Harmlose Rangordnungsdiskussionen werden zugelassen, bei denen ein Keilen oder ein angedeuteter Biss nur sagt "Ich bin über Dir". Undifferenzierte Weidezusammensetzungen mit neurotischen Pferden, die ständig drohen, Kampf ansagen, in die Ecke drängen und für Unruhe sorgen sind nicht im Sinne einer harmonischen Pferdehaltung.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
24.08.2015