Keine Scheu vor dem Scheuen
Was gestern nicht da war kann heute nicht sein - scheuen aus Angst
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Keine Scheu vor dem Scheuen

Ein Pferd, das scheut ist sehr unangenehm zu reiten. Es verlangt eine ständige Aufmerksamkeit, einen festen Sitz und Kraft, um die plötzlichen Richtungsänderungen parieren zu können.

Was gestern nicht da war kann heute nicht sein - scheuen aus Angst

Es ist oft zu beobachten, dass Reiter aus Angst, ihr Pferde könnte scheuen, vermehrt in der Halle reiten. Sie erreichen allerdings dadurch leider das Gegenteil. Durch die reizlose Umgebung stumpfen die Tiere ab, werden neurotisch und aller Variationen der Wahrnehmung beraubt.

Die Monotonie lässt sie undurchlässig werden, worunter wiederum die Freude am Reiten auf beiden Seiten leidet - ein Teufelskreis. Unausgelastete Pferde und Tiere, die überfüttert werden wissen nicht, wohin mit ihrer Kraft und sind so aus der Situation heraus nervig und unausstehlich; sie explodieren regelrecht. Sie scheuen beim Führen wegen jeder Kleinigkeit.

Eine ausgewogene Ernährung und eine gezielte Grundausbildung vom Boden aus, bei der das Pferd lernt auf seinen Menschen zu achten, gehört zu jedem Training. Hier wird gegenseitiges Vertrauen aufgebaut. Der Trainer lernt die Reaktionen seines Tieres kennen, zeigt über die beobachteten Körpersignale seine Position und das Pferd ordnet sich im Sinne der Rangordnung ein. Jeder Strohballen, jeder Eimer, der gestern noch nicht dastand, verunsichert Pferde.

Bei häufigen Spaziergängen durch Wald und Flur lernen Pferde auf Veränderungen zu reagieren und sind deshalb eine Wohltat für beide. Das unbelastete Pferd darf sich alles in Ruhe anschauen und kleine Sprünge über einen Bach oder über einen Baumstamm fördern ein gegenseitiges Zutrauen und geben Selbstsicherheit.

Bei Pfützen oder Wasserlachen scheuen schlecht ausgebildete Pferde gerne. Die Bodenunsicherheit beim Wasser kommt durch das schlechte räumliche Sehen der Tiere durch die Wasseroberfläche hindurch. Sie sind regelrecht überfordert und scheuen aus Angst. Die Lösung liegt darin, die Wahrnehmung der Pferde zu schulen. Gerade beim Springreiten wird ein Scheuen durch die Angst des Reiters auf das Pferd übertragen.

Kann der Reiter UND das Pferd räumliche Dimensionen einschätzen, ist diese Unsicherheit schnell im Griff. Bereits im Fohlenalter kommen die Jungpferde mit zum Trainingsplatz und lernen dort spielerisch ein Raumgefühl für Höhen und Tiefen kennen. So nebenbei springen sie dann "aus Versehen" gleich mit. Diese Methode ist zwar nicht konventionell, doch wirksam.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
26.08.2015