Pferde verstehen lernen
Pferdebesitzer sind Lehrer und Schüler zugleich
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Pferde verstehen lernen

Wenn Menschen sich untereinander austauschen, benutzen sie dazu gut hörbare und sichtbare Zeichen. Die körperbetonte Pferdesprache ist dagegen viel leiser, kommt mit wenigen Lautäußerungen aus und ist für uns Menschen oft kaum wahrnehmbar.

Pferdebesitzer sind Lehrer und Schüler zugleich

Menschen benötigen zur deutlichen Kommunikation die Sprache, die Mimik und Gestik, ja der ganze Körper zeigt unvermittelt Liebe, Enttäuschung, Freude oder Erfolg. Anders dagegen reagieren Pferde. Im Sinne der Pferdesprache sind wir für sie zunächst einmal natürliche Feinde: wir haben kein Fell, stehen aufrecht auf zwei Beinen und benutzen viel zu intensiv die Arme.

Sie sprechen auf eine nuancierte kaum wahrnehmbare, fast unsichtbare Weise, in dem sie ihre Signale vor allem über den Körper vermitteln. Deshalb sprechen Menschen und Pferde von Natur aus eine ungleiche Sprache, die es als Fremdsprache zu erlernen gilt. Pferde sind aber sehr gelehrige Tiere und versuchen von ihrer Seite aus, uns zu verstehen und einen Bezug zu uns herzustellen.

So sind wir Lehrer und Schüler zugleich. Leider gibt es immer noch die Boxenhaltung, in denen die Tiere ihre natürliche Verhaltensweisen verlernen. Menschlicher Umgang ist nun mal kein Ersatz für den Kontakt zu Artgenossen. Auf einer Koppel oder in einem Paddock sind die Tiere unter sich. Man kann die soziale Struktur einer Herde genau beobachten.Wie sind die Positionsverhältnisse innerhalb der kleinen Herde, wann und wie und mit welchem Teil ihres Körpers zeigen sie Gebärden oder Bewegungen mit denen sie einen Dialog führen, wie zeigen sie Zuneigung oder Ablehnung?

Diese Erkenntnisse zeigen uns, wie wir beim Umgang mit den Tieren reagieren sollen, indem wir die Verhaltensweisen lernen zu imitieren. Für die täglichen Erfahrungen beim Füttern, neben dem Reitplatz, bei der Pflege benötigen wir viel Zeit und Geduld, die aber von hohem Wert sind. Pferde müssen nicht unbedingt immer geritten werden.

Ein ausgedehnter Spaziergang, bei dem sich das Pferd ohne Belastung durch den Reiter alles in Ruhe anschauen kann, fördert ein gegenseitiges Vertrauen. Als Fluchttier hat ein Pferd permanent Platzangst. Es liebt keine engen Stellen, hinter denen jeden Augenblick ein Monster erscheinen kann. Es lernt bei solchen Übungen unsere Bewegungen kennen, verliert die Angst vor dem Feind "Mensch" und erhält die Gewissheit des Selbstvertrauens.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
20.08.2015