Rübenschnitzel ein Abfallprodukt mit vielen guten Eigenschaften
Rübenschnitzel - beliebte Energielieferanten mit Besonderheiten
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Rübenschnitzel ein Abfallprodukt mit vielen guten Eigenschaften

Rübenschnitzel fallen quasi als Abfallprodukt bei der Verarbeitung der Zuckerrüben an. Sie sind gerade für schwerfuttrige Pferde oder in der Rekonvaleszenz sehr beliebt. Allerdings sind sie in der Handhabung nicht ganz einfach.

Rübenschnitzel - beliebte Energielieferanten mit Besonderheiten

Rübenschnitzel enthalten neben wertvoller Rohfaser viel Calcium und Pektin, das die Darmflora positiv beeinflußt. Der Eiweißgehalt liegt bei ungefähr 7%. Sollen Pferde nicht so viel Energie aufnehmen, nimmt man melassefreie Rübenschnitzel.

Mit einen Schuß Leinöl erleichtert man die Aufnahme der enthaltenen Vitamine. Allerdings sind bei der Fütterung einige Dinge zu beachten, da bei nicht sachgerechter Fütterung massive Probleme entstehen. Die Energiemenge, die dem Pferd zugeführt werden soll (melassehaltig oder melassefrei), also ob es sich um normale Fütterung handelt oder ob das Pferd aufgefüttert werden soll, entscheidet über die Menge.

In der Regel sollten zwei Handvoll Rübenschnitzel - in getrocknetem Zustand gemessen - ausreichen. Es können aber auch sehr viel mehr sein, je nach Bedarf und Gesamtkonzept in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt oder Tierheilpraktiker. Außerdem müssen Rübenschnitzel vor der Fütterung immer eingeweicht werden.

Die Dauer der Einweichzeit hängt von der Art der Rübenschnitzel ab. Sind sie lose, reicht eine Einweichzeit von einigen Stunden aus. Handelt es sich aber um gepresste Rübenschnitzel, in der Regel in Pellettform, so müssen sie mindestens 12 Stunden eingeweicht werden. Nimmt man warmes Wasser, verkürzt sich die Einweichzeit etwas, aber ausreichend langes Einweichen ist unbedingt wichtig, denn sonst kann es zu Schlundverstopfung oder Kolik kommen, beides im schlimmsten Fall lebensbedrohlich für das Pferd.

Im Winter kommt hinzu, dass die im Wasser quellenden Rübenschnitzel einfrieren können, was ebenfalls zu vermeiden ist, da die Rübenschnitzel im gefrorenen Zustand nicht weiter aufquellen können. Durch den hohen Calcium-Gehalt kann es zu einem Phosphor-Mangel kommen, da sich das Calcium-Phosphor-Verhältns zu sehr in Richtung des Calciums verschiebt. Wechselt man in der Fütterung zwischen Rübenschnitzeln und Weizenkleie ab, kann man diese Verschiebung verhindern.

Aber nicht gleichzeitig füttern, sonst hebt sich die Wirkung auf. Wie bei jeder Futterumstellung muss sich der Organismus auch an die Rübenschnitzel zuerst gewöhnen, daher beginnt man mit einer kleinen Dosis und erhöht langsam auf die gewünschte Menge, die dann beibehalten werden kann.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
02.09.2015