Therapeutisches Reiten und Behindertenreiten
Die Pflege und das Training der Pferde gehören zum Basiswissen eines Hypotherapeuten
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Therapeutisches Reiten und Behindertenreiten

Therapeutisches Reiten oder Behindertenreiten erfordert vom Therapeuten pädagogische und psychologisches Wissen. Der Behinderte wird an das Tier herangeführt und macht sich damit vertraut.

Die Pflege und das Training der Pferde gehören zum Basiswissen eines Hypotherapeuten

Die Pflege und das Training der Pferde gehören zum Basiswissen eines Hypotherapeuten

Die Entwicklung des Behinderten wird vom Therapeuten kontrolliert und gesteuert. Andererseits muss der Therapeut das Fluchttier Pferd so gut ausbilden, daß es die ungewohnten Bewegungen des Kranken ohne Angst erkennt und ausgleicht. Die Pflege und das Training der Pferde gehören zum Basiswissen eines Hypotherapeuten. Profondes Wissen über die Tiercharaktere und eine zwei bis dreijährige Ausbildungsarbeit mit dem Pferd ist notwendig, um erfolgreich als Mensch/Tier-Team kranken Menschen zu helfen. Die Zielgruppen von Behindertenreiten sind Kinder und Jugendliche mit sozialen, körperlichen und/oder seelischen Behinderungen oder Störungen. Mongoloide erhalten einen höheren Selbstwert, Autisten öffnen sich, spastisch Gelähmte lernen ihren Körper zu kontrollieren. Bevorzugte Pferderassen für das Behindertenreiten sind Haflinger wegen ihres ruhigen, ausgeglichenen Charakters. Das Behindertenreiten arbeitet mit rehabilitativen Körperübungen des Behinderten auf dem Pferd. Der Behinderte wird durch die wiegenden Bewegungen des Pferdes passiv am gesamten Körper stimuliert und parallel dazu in seinem Geist gelockert. Gezielte körpermotorische Gymnastik fördert zusätzlich aktiv das Körperbewusstsein. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Die therapeutische Arbeit mit Pferden ist die einzige Möglichkeit der passiven Stimulanz. Keine andere Therapie setzt gleichzeitig so viele Hormone in einem Körper frei. Ein ganz wichtiger Aspekt im Behindertenreiten ist, daß die Muskeln sich nicht aktiv bewegen, sondern durch einen Mittler, dem Pferd, passiv bewegt werden. Das Schaukeln im Schritt des Pferdes setzt bei dem Behinderten Endorphine frei. Diese Glückshormone öffnen Körper, Geist und Seele. Mit den ergotherapeutische, die psychotherapeutische und die logopädische Therapien wird erreicht, daß die Kinder und Jugendlichen spielerisch zu ihrem eigenen Körperbewusstsein finden. Der soziale Kontakt zum Tier ist eine wichtige Säule auf diesem Weg. Der Behinderte lernt, eine mentale, emotionale und physische Beziehung zu dem Lebewesen Pferd aufzubauen. Er lernt soziale Bedürfnisse des Individuums "Tier" kennen. Die Wechselwirkung beim täglichen Umgang mit dem Pferd gibt den jungen Menschen ein Gefühl der Geborgenheit und des Erfolgs. Dieses Selbstwertgefühl zu leiten und zu unterstützen ist Aufgabe des Behandlungsteams, denn jeden Fortschritt, den der Behinderte durch das Behindertenreiten macht, ist letztendlich von diesem Team abhängig.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
24.08.2015