Von Rangordnung und Dominanz
Rangchef ohne Dominanzkampf
Übersicht

Von Rangordnung und Dominanz

Vertrautes Arbeiten mit Pferden ist eine wichtige Voraussetzung, um mit ihnen erfolgreich zusammen Leben zu können. Rangordnung und Dominanz gehören zum täglichen Herdenleben, die der aufmerksame Beobachter unter den Tieren feststellen kann. Diese Begriffe werden aber vom Menschen anders eingestuft, als es Pferde tun.

Rangchef ohne Dominanzkampf

Rangchef ohne Dominanzkampf

Eine gut funktionierende Rangordnung innerhalb einer Herde gibt dem einzelnen Tier Sicherheit und Geborgenheit. Das Leittier übernimmt die Aufgabe des Beschützers, des Aufpassers und sorgt für eine ruhige Ordnung, an die sich alle anderen anlehnen können.

Mit Drohgebärden, Rangeleien bis hin zu Kämpfen wird diese Hierarchie mehr oder weniger aggressiv durchgesetzt. Dabei kann es auch schon einmal zu Beißereien und zu schmerzhaften Tritten kommen. Entscheidend dabei ist, dass Pferde nicht nachtragend sind. Der Überlegene vertritt danach konsequent seine Rechte an der Wasserstelle, bei der Futteraufnahme oder bei der Auswahl des besten Schlafplatzes. Es gibt aber auch Herdengemeinschaften, bei der das Leittier mit Ruhe, Beständigkeit und Selbstsicherheit die führende Position einnimmt, ohne aggressive Dominanzkämpfe um die Rangordnung auszuführen.

Sie umgehen geschickt drohende Konflikte. Kompetent treffen sie Entscheidungen und stellen ihre dominierende Führungsfähigkeiten unter Beweis. Dominanz muss nicht immer mit einem kräftezehrenden Gewaltverhalten einhergehen. Charakterpferde dieser Art sind wegen ihres ausgleichenden Wesens beliebt. Durch Kompetenz oder Kraft behauptet das Leittier seine dominierende Rolle. Ein stressfreies Zusammenarbeiten zwischen Pferd und Reiter ist für beide Seiten angenehm. Der Pferdeflüsterer sorgt deshalb für eine entspannte Arbeitsatmosphäre, indem er selbst in der inneren, ausgeglichenen Balance steht und so dem Tier seine fähige Kompetenz zeigt. Pferde akzeptieren schnell diese Art der Zusammenarbeit.

Sie erkennen den Schutz, der ihnen geboten wird und folgen sehr bald dem "neuen" Leittier, das ein Gespür für pferdische Bedürfnisse und menschliche Ziele entwickelt hat. Sein Pferd geht nie hinter ihm, denn er kann nicht erkennen, wie es reagiert. Es geht nie vor ihm, denn dabei missachtet es seine dominierende Kompetenz. Das aufmerksame Pferd geht als gleichberechtigter Partner neben ihm und folgt willig den Anweisungen des Menschen, der wiederum Zeichen wahrnehmen kann, die ihm durch das Tier bewusst werden. Diese erarbeitete Basis ist die Grundlage für ein partnerschaftliches Miteinander ohne Stress.

Startseite

Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
24.08.2015