Warum Heparin bei Hufrehe hilft
Heparin wirkt bei Hufrehe, wenn Glycerin gebraucht wird
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Warum Heparin bei Hufrehe hilft

Heparin hilft nicht grundsätzlich bei Hufrehe, aber es hilft in den allermeisten Fällen. Es gibt auch Pferde, die allergisch auf Heparinspritzen reagieren können. Das ist aber sehr selten der Fall. Der Grund, warum Heparinspritzen so vielen Pferden bei einem Hufreheschub das Leben retten, liegt im Fettstoffwechsel der Tiere begründet.

Heparin wirkt bei Hufrehe, wenn Glycerin gebraucht wird

Im ersten Beitrag über Hufrehe wurde erklärt, dass Pferde, die zu Hufrehe neigen, sehr häufig ein Problem damit haben, große Mengen von Laktat, das im Stoffwechsel anfällt, schnell wieder abzubauen.

Warum das so ist, könnte genetische Gründe haben, die bisher von der Wissenschaft noch nicht abschließend erforscht worden sind. Laktat kann im Körper zu einer lebensgefährlichen Azidose führen. Es wird in dem Moment ungefährlich, wenn es sich mit dem Stoffwechselzwischenprodukt Glycerin und glucoplastischen Aminosäuren verbindet und so wieder zu Pyruvat wird.

Dann kann der Stoffwechsel, sofern kein weiteres Gift mehr dem Pferd schaden kann, wieder normalisiert werden. Das benötigte Glycerin in großen Mengen erhält das Pferd über die Spaltung großer Fettpartikel, die von dem Enzym Lipoproinlipase in Glycerin und freie Fettsäuren gespalten werden können.

Das ist bei einer akuten Hufrehe, die durch Laktatübersäuerung entstanden ist, sehr wichtig. Und dieser Fall ist bei einer fütterungsbedingten Hufrehe sehr oft gegeben. Bekommt das Pferd bei Hufrehe möglichst schnell diese Heparinspritzen, wird es sich meistens bereits nach ca. drei Tagen beginnen besser zu führen und die ersten flotteren Schritte zeigen.

Wenn es irgendwie machbar ist und das Tier nicht zu sehr leidet, sollten in dieser Zeit nicht zu viele oder gar keine Schmerzmittel verabreicht werden. Ersatz können einige frische Weidenzweige und frisch geschnittene oder getrocknete Brennnesseln bieten. Das Pferd wird diese Zweige und Brennnesseln nur so lange freiwillig fressen, wie es Schmerzen hat und sie braucht.

Die Wirkung des Heparins ist darauf zurückzuführen, dass es das Enzym Lipoproteinlipase vom Endothel der Blutgefäße ablöst. Dieser eigentlich natürliche Vorgang, denn Heparin ist ein natürlicher Stoff, dessen Wirkungsweise vom Blutfluss und der Intensität der Bewegung abhängig ist, ist bei Hufrehe gestört, denn ein Pferd, das nicht auftreten kann, bewegt sich zu wenig. Deshalb hilft Heparin in den meisten Fällen bei Hufrehe.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
26.08.2015