Was ist ein Pferdeflüsterer
Ein Pferdeflüsterer kennt die verborgenen Geheimnisse der Kommunikation
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Was ist ein Pferdeflüsterer

Hört man den Begriff Pferdeflüsterer, wird sofort der Kinofilm mit Robert Redford assoziiert. Diese Romanze hat aber nur durch die Handlung der Buchverfilmung Berührungspunkte mit der feinfühligen Arbeit eines Pferdeflüsteres.

Ein Pferdeflüsterer kennt die verborgenen Geheimnisse der Kommunikation

Für die breite Masse der Pferdebesitzer wurden Methoden, Pferde auszubilden, durch den Berufscowboy Monty Roberts bekannt. In seiner Kindheit durch seinen alkoholkranken Vater körperlich schwer Misshandelt, nahm sich Roberts vor, keinem anderen Wesen Gewalt anzutun.

Er studierte das Verhalten von Pferden und stellte soziale Zusammenhänge innerhalb der Herde fest und erkannte ein Kommunikationssystem, das er versuchte als Mensch zu imitieren. Er war mit einer der ersten, die eine gewaltlose Ausbildung von Pferden systematisierte und in Kursen an andere weitergab. Roberts nannte seine Art, mit Pferden umzugehen die "Join-up" Methode, die schon vielen Misshandelten, psychisch Kranken und verängstigten Tieren ein neues Leben gaben. Andere Horsetrainer nennen es "the seven games" oder "Natural Horsemansship".

Aber damit machten Menschen, wie Roberts, nur den Anfang einer langen Reise, zurück zu den Grundzügen und für den Menschen verborgenen Geheimnissen der nonverbalen Kommunikation. Dieses zartfühlende Empfinden für den Esprit der Natur, für den "great spirit", wurde bereits von den Ureinwohnern des nordamerikanischen Kontinents gelebt. Sie standen im absoluten Einklang und Gleichgewicht mit der Umgebung, in der sie lebten. Sie akzeptierten die Natur und wurden von ihr auch so behandelt. Leider wurde dieser Instinkt des Empfindens durch die einsetzende Industrialisierung, durch leblose, künstliche und stupide Elektronenhirne bei einem großen Teil der Menschheit verschüttet - sogar zerstört.

Der Pferdeflüsterer spricht mit den Tieren, ohne ein Wort zu sagen. Leider kann der Mensch die Grammatik dieser Sprache nur sehr unvollkommen nachvollziehen - er kann keine Ohren anlegen, kann nicht schnauben, kann nicht mit dem Schweif seine Emotionen ausdrücken und er geht auf zwei Beinen. Er macht missverständliche Gesten. Angelegte Ohren sind für Pferde eine Kampfansage - der Mensch hat sie von Geburt aus angelegt. Der Pferdeflüsterer muss in vier Hufen denken können, selbst zum Pferd werden, ein Teil der Herde sein. Nur wer diesen Zusammenhang verinnerlicht hat, ein sehr hohes Fachwissen der Anatomie, des Bewegungsablaufes, der Psyche, der Gesundheit und des sozialen Verhaltens von Pferden kennt, der hat den Anspruch Pferdeflüsterer zu sein.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
20.08.2015