Wenn Hufrehe als Belastungsrehe auftritt
Was unterscheidet die Belastungsrehe von anderen Formen der Hufrehe?
Übersicht

Wenn Hufrehe als Belastungsrehe auftritt

Meistens lässt sich als Grund für den Ausbruch der Pferdekrankheit Hufrehe immer etwas im Bereich der Fütterung finden, aber das ist nicht immer so. Es gibt auch die besondere Hufrehe-Form, die Belastungsrehe genannt wird. In diesem Fall entstehen die Schäden in den Hufen nicht aus dem Stoffwechsel, sondern genau umgekehrt.

Was unterscheidet die Belastungsrehe von anderen Formen der Hufrehe?

Wenn aufgrund von Fütterungsaspekten, auf die zu Hufrehe neigende Pferde empfindlich reagieren, der Stoffwechsel der Tiere entgleist, kommt es im Bereich der Hufe zu extremen Veränderungen im Lamellenhorn.

Zu Anfang führen Durchblutungsstörungen in den Hufen dazu, dass die Zellen unterversorgt und so geschädigt werden. Das bringt das Immunsystem auf den Plan, der diese geschädigten Zellen durch Apoptose abbaut und durch neue, funktionsfähige Zellen ersetzt. In der Hufkapsel ist das aber fatal, denn hier ist kein Platz für normale Funktionen des Immunsystems.

Es gehört nun einmal dazu, dass zum Abbau kranker Zellen und zum Aufbau neuer Zellen vermehrt Blutgefäße gebildet werden müssen, die den Materialtransport aus dem geschädigten Gewebe heraus und auch hinein übernehmen können. Es ehtsteht sozusagen ein Bluterguss im Huf, der extrem schmerzhaft ist.

Außerdem platzen aus Mangel an Raum die Blutgefäße und es kommt immer dazu, dass mehr Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) Zellen abbauen als Gewebeaufbaufaktoren (TIMPs) sie wieder aufbauen, was zum so gefährlichen Absinken oder Rotieren des Hufbeins führen kann. Der Stoffwechsel ist hierbei vor diesem Geschehen gestört gewesen.

Bei der Belastungsrehe ist das genau umgekehrt. Diese Form der Hufrehe entsteht durch Zerstörung von Hufzellen durch mechanische Aspekte. Das kann unter Umständen ein Galopp auf zu hartem Boden sein, das ist aber auch sehr häufig falsche Hufbearbeitung. Beim Galopp auf hartem Boden kann eine Überdehnung der Blutgefäße zu vermindertem Blutdurchfluss und Nährstoffmangel führen. Bei der Hufbearbeitung kann das zu tiefe Ausschneiden des Sohlenhorns durch einen Hufpfleger oder Schmied ein weiterer Grund für eine Belastungsrehe sein.

Auch ein zu tief oder zu hoch gestellter Huf kann wiederum zu massiven Durchblutungsstörungen und Gewebeschäden führen. Der Huf entzündet sich in diesem Fall zuerst. Meistens kommt es durch das Aktivwerden des Immunsystems aber dennoch zu Auswirkungen im gesamten Stoffwechsel des auf diese Weise an Hufrehe erkrankten Pferdes.

Eine Belastungsrehe tritt auch häufig nur an einem Huf auf und ist deshalb sehr schwer von einem Hufgeschwür zu unterscheiden.

Startseite

Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
26.08.2015