Wenn Pferde steigen
Steigen ist oft ein Ausbildungsfehler
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Wenn Pferde steigen

Als Höhepunkt einer jeden zirzensischen Aufführung sind wir Menschen vom Anblick steigender Pferde stark beeindruckt. Beim täglichen Umgang mit Pferden ist das allerdings eine große Gefahr.

Steigen ist oft ein Ausbildungsfehler

Steigt ein Pferd bei einem Gruppenausritt, zeigt es nicht nur seine Widersetzlichkeit, sondern stört unter anderem auch den Rhythmus der Mitreiter. Grundsätzlich gehören solche Pferde in die Hand eines Profis. Reiter mit einem noch nicht gefestigtem Sitz laufen Gefahr, rücklings aus dem Sattel abzustürzen; schlimmer noch - das Tier kann sich mit samt dem Reiter überschlagen und ihn unter sich begraben.

Die Ursachen hierzu sind so vielfältig, wie es Ausbildungswege gibt und lassen sich, je nach Charakter des Vierbeiners, schwer oder gar nicht korrigieren. Ein artgerecht aufgewachsenes Pferd akzeptiert den Menschen schnell mit Achtung und Neugier. Es entwickelt im Laufe des Zusammenlebens mit dem Zweibeiner eine gesunde Vertrauensbasis.

Dazu benötigen sie einen genügend großzügigen Freiraum, der ihnen das Spielen ermöglicht. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, wird der Mensch anstelle der Artgenossen angenommen. Die Verletzungsgefahr beim Anrempeln oder beim Steigen durch einen Huf ist sehr groß. Besonders wenn das Pferd beim Aufsitzen regelrecht in die Luft geht, meinen viele Reiter, es sei ungehorsam. Können Ausbildungsfehler ausgeschlossen werden, kann ein falsches Satteln die Ursache sein.

Hat es eine gestörte Raumwahrnehmung und beurteilt Gegenstände oder sogar den Reiter selbst als fremd und gefährlich ein, löst die Angst beim Tier eine Aufwärts/Rückwärtsbewegung aus, da es in Richtung nach vorne durch den Reiter aufgehalten wird. Bei der Bodenarbeit zeigt man dem Pferd, dass es ein oben und unten, ein recht und ein links gibt.

Dazu arbeitet man es vermehrt von der für beide Partner ungewohnten rechten Seite, lässt es unter einer Folie herlaufen oder führt es unter niedrigen Bäumen. Ein Training von einem erhöhten Standpunkt aus, vom Weidegatter oder von einem Aufsitzblock, lernen die Tiere eine neue Dimension der Wahrnehmung kennen. Ein anderer Grund kann darin liegen, dass die Tiere einfach keine Lust haben länger als 20 oder 30 Minuten in der langweiligen Bahn ihre Kreise zu ziehen.

Im Gelände am langen Zügel geritten, bei forschem Schritt oder bei einem zügigen Geländetrab "tanken" sie neue, für sie wichtige Eindrücke.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
25.08.2015