Womit Pferde nicht gut zurechtkommen
Alarmbereitschaft macht Pferde nervig
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Womit Pferde nicht gut zurechtkommen

Als Bewohner der Savanne und der Steppe benötigen Pferde die selbsterhaltende Eigenschaft der Flucht. Deshalb neigen sie in Situationen, die ihnen unsicher erscheinen, zu einem schreckhaften Verhalten. Um Pferde verstehen zu können, ist es wichtig, sich als "Leitmensch" über ihre Ängste und Sorgen bewusst zu werden.

Alarmbereitschaft macht Pferde nervig

Pferde haben ein großes Gespür für Beständigkeit. Die Rangordnung in einer wild lebenden Herde ändert sich nur selten, der Tagesablauf des Herdenlebens wiederholt sich immer auf die gleiche Weise - selbst den Takt der Jahreszeiten kennen sie und bauen ihn in ihren Lebensablauf ein.

Seit die Menschheit die Kraft der Tiere nutzt, greift sie gravierend in diesen Ablauf ein; Menschen, die mit Pferden umgehen, müssen sich dieser Verantwortung bewusst sein. Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Wettereinflüsse. Dichter Nebel an einem trüben Herbsttag beeinträchtigt ihre Sicht und damit die Kontrolle über einen möglichen Angriff eines Feindes.

Weht dazu auch noch ein heftiger Wind, können Geräusche nicht klar geortet werden und verunsichert sie zusätzlich. Die erhöhte Alarmbereitschaft macht sie nervig und die latente Angst schüttet vermehrt das Stresshormon Adrenalin aus, das sie zur Fluchtbereitschaft benötigen. Starke Regenfälle beeinträchtigt ebenfalls die Ortung von möglichen Feinden.

Die Herde bildet einen Pulk, drängen sich zum Schutz vor Angriffen eng aneinander. Die älteren und erfahrenen Tiere stehen als Wache außen. Die jüngeren Tiere finden in der Mitte auch einen Schutz vor Auskühlung durch die Nässe. Pferde sind Gruppentiere und lieben die Geselligkeit unter Artgenossen. Auch hier greift der Mensch gravierend in die Natur dieser Lebewesen ein.

Er isoliert sie aus der Herde und im schlechtesten Fall fristen sie ihr Dasein in einer 22-Stunden-Box, können sich dann für eine Stunde auf einem Gelände "austoben", um danach für das bevorstehende Spring- oder Dressurturnier trainiert zu werden. In einem anderen Fall kann ein Wegführen von der Herde oder ein Ausritt zu einem Problem werden.

Ohne ein Beipferd "kleben" solche Pferde an ihrer gewohnten Umgebung, weil sie dann ohne den Schutz der Herde sind. Das gleiche gilt bei einem Verkauf und den Transport in einen andren Stall. Das Tier kann dadurch völlig aus dem Gleichgewicht geraten.

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Julia Berglar

Gruppe:
ReitenOnline
Verfasser:
Julia Berglar
Datum:
25.08.2015